Im Laufschritt in die Ferien – NWZ 28.1.2017

HUDE Es liegt etwas in der Luft – Aufregung, Euphorie und vielleicht auch eine Prise Angst. An diesem Freitagmorgen werden die Zeugnisse an den Schulen in der Gemeinde Hude verteilt. „Das Zeugnis dokumentiert den Leistungsstand über einen gewissen Zeitraum, in diesem Fall über ein Halbjahr. Und diese Dokumentation ist nach wie vor wichtig“, erklärt Thomas Wachtmeister, stellvertretender Schuldirektor an der Peter-Ustinov Oberschule.

Zeugnis ist wichtig

Egal ob Jammerlappen oder Einser-Zeugnis, die Eltern in der Gemeinde Hude nehmen die Noten auf dem Zeugnis ihrer Kinder sehr ernst. „Die Eltern haben einen hohen Anspruch“, bestätigt Oberschuldirektor Nico Rettcher. Und dieser Anspruch beginnt nicht erst im höheren Schulalter.

Auch an der Grundschule Jägerstraße wird nach Aussage von Konrektorin Patricia Godula viel Wert auf gute Noten gelegt: „Grundsätzlich ist den Schülern ein gutes Zeugnis wichtig. Die Kinder sind bei der Übergabe ganz aufgeregt.“ Die Schüler der ersten Klasse erhalten eine Art Urkunde zum Halbjahr, die Dreikäsehochs der zweiten Stufe erhalten ein Berichtszeugnis mit Bemerkungen zu den Leistungen in den einzelnen Fächern.

Notenzeugnis für Große

Nur die „Großen“ aus den dritten und vierten Jahrgängen können ihre Leistung anhand einer konkreten Note ablesen. „Auch die Flüchtlingskinder erhalten ein Zeugnis. Ein Notenzeugnis bekommen alle, die seit zwei Jahren zur Schule gehen. Dazu kommt dann noch eine Anlage, wie sich die Kleinen in Deutsch und Mathe schlagen. Alle anderen erhalten, wie die Zweitklässler, ein Berichtszeugnis. Besonders gute Noten werden dann aber hervorgehoben“, so Godula.

Überraschungen bei Eltern und Schülern gibt es in der Gemeinde Hude bezüglich der Noten eher weniger. Dafür sorgt eine enge Kommunikation zwischen Schulen und Erziehungsberechtigten.

„Wir haben bereits im November den Elternsprechtag. Dort werden die Eltern informiert und erhalten auch Tipps, woran sie mit ihren Kindern noch arbeiten sollten“, erklärt die Konrektorin der Grundschule.

Kommunikation wird auch an der Oberschule groß geschrieben. „Wir pflegen einen Kontakt der offenen Tür“, beschreibt Thomas Wachtmeister die Zusammenarbeit. „In der fünften und sechsten Klasse gibt es jede Woche eine schriftliche Reflexion für die Eltern. Sie bekommen also mit, wann Hausaufgaben vergessen wurden oder wenn das Kind Streit angefangen hat. Es wird aber auch notiert, was gut lief.“ In den beiden unteren Klassenstufen werden die Schüler gemeinsam unterrichtet, dann geht es in die verschiedenen Schulzweige: Hauptschule, Realschule und Gymnasium. „Zum Halbjahr wechselt kein Schüler den Schulzweig. Wir haben vier Fünfen auf den Zeugnissen im Jahrgang 7 bei rund 100 Schülern. Das zeigt die gute Zuweisung der Zweige und die homogenen Klassen“, erklärt Schuldirektor Rettcher. Das bringe Ruhe ins System, weil es wenig schlechte Noten gibt: „Ich habe bisher keinen Anruf von Eltern gehabt.“

Kind ermuntern

Wenn das Zeugnis dann doch eher ein Jammerlappen ist, hilft auch kein Schimpfen: „Die Eltern sollten ihr Kind ermuntern und motivieren und ihm zeigen, dass sie nicht sauer sind“, rät Patricia Godula. Sie selber hat von ihren Schülern auch ein Zeugnis ausgestellt bekommen – die Knirpse sind zufrieden und eine Versetzung ins nächste Halbjahr nicht gefährdet.

Das Zeugnis ist entscheidend für meine weitere Schullaufbahn, denn ich möchte gerne an das Gymnasium in Oldenburg. Deswegen habe ich mich besonders angestrengt. Als Belohnung bekomme ich vielleicht ein Eis.

Bente

Klasse 4a

Ich freue mich über das erste richtige Zeugnis. Ob ich für die Noten eine Belohnung bekomme, weiß ich nicht.

Darian

Klasse 2a

Mein Zeugnis ist mir schon wichtig, und mit den Noten bin ich in diesem Jahr auch zufrieden.

Roni

Klasse 4b

Ich bin zufrieden mit meinem Zeugnis. Mama und Papa waren bisher auch mit allen Zeugnissen zufrieden. Mal sehen ob es eine Belohnung gibt.

Emilia

Klasse 2b

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