Anne-Frank-Tag 2026 an der Peter-Ustinov-Schule Hude
Am 12. Juni 2026 beteiligte sich unsere Schule am bundesweiten Anne-Frank-Tag. Ziel dieses besonderen Projekttages war es, die Erinnerung an Anne Frank und die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten, Geschichte(n) sichtbar zu machen sowie für Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung zu sensibilisieren. Gleichzeitig standen Empathie, Perspektivwechsel und Zivilcourage im Mittelpunkt der verschiedenen Angebote.
Die Klasse 5b hat am Anne-Frank-Tag zunächst die Geschichte von Anne Frank kennengelernt. Zum Thema „Leben im Versteck – wie fühlt es sich an?“ wurden einige Tagebucheinträge von Anne Frank gelesen und die Schülerinnen und Schüler haben dazu eine Gefühlswolke gestaltet. Anschließend stand das Thema „Ausgeschlossen werden“ im Vordergrund. Dabei wurde darüber nachgedacht, wie sich Menschen fühlen, wenn sie nicht dazugehören, und haben unsere die Bedeutung a) unserer Klassengemeinschaft und b) unserer Schulgemeinschaft vor diesem Hintergrund beleuchtet. Zum Abschluss hat die Klasse 5b einen Anne-Frank-Baum gestaltet. Dazu haben die Schülerinnen und Schüler Mutmach-Sprüche an den Baum gehängt und die Inhalte mit unserem Schulmotto „Respekt, Toleranz, Gemeinschaft“ verbunden.

Auch die Klasse 5D setzte sich im Rahmen des Anne-Frank-Tages altersgerecht mit dem Leben von Anne Frank und der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Zum Einstieg sahen die Schülerinnen und Schüler die Folge „Triff … Anne Frank“. Anschließend vertieften sie das Gesehene im Unterricht und gestalteten ein eigenes Flipbook zum Thema.

In einer anschließenden Gesprächsrunde beschäftigte sich die Klasse mit der Frage, wie sich ein Leben in Isolation und im Versteck angefühlt haben könnte. Dabei überlegten die Schülerinnen und Schüler, welche persönlichen Dinge sie selbst in einer vergleichbaren Situation mitnehmen würden. Neben Fotos und anderen Erinnerungsstücken wurden dabei auch Haustiere häufig genannt. An diesem Beispiel wurde gemeinsam besprochen, warum die Mitnahme eines Haustieres unter den damaligen Bedingungen im Versteck kaum möglich gewesen wäre. Die Überlegung ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen persönlichen und zugleich altersgerechten Zugang zu den schwierigen Lebensumständen von Anne Frank und den anderen Menschen im Versteck.
In der Verfügungsstunde beschäftigte sich die Klasse außerdem mit der Bedeutung und Funktion von Stolpersteinen. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler gestaltete ein kooperatives Poster zu Anne Frank. Parallel dazu sah die Klasse einen Sachbeitrag der Sendung mit der Maus, der sich mit dem Holocaust und dem Künstler Felix Nussbaum beschäftigte.

Auf diese Weise erhielten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, sich dem Thema Erinnerung zu nähern und sich mit den Lebensgeschichten von Menschen auseinanderzusetzen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen beschäftigten sich zunächst mit der Frage: Wer war Anne Frank? Mithilfe von Zeitstrahlen, Bildern und altersgerechten Texten lernten sie wichtige Stationen ihres Lebens kennen – von ihrer Geburt über die Flucht bis hin zum Leben im Versteck und ihrem berühmten Tagebuch. Ihre Gedanken hielten sie auf einem gemeinsamen Erinnerungsplakat fest.

Fotocollage der Klasse 7Hb
Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen beschäftigten sich mit Anne Frank als Jugendliche und lernten dabei ihre Träume, Hoffnungen und Zukunftswünsche kennen. Ausgehend von ausgewählten Zitaten aus ihrem Tagebuch setzten sie sich mit ihren Gedanken und Gefühlen auseinander und verfassten Briefe an Anne Frank aus heutiger Perspektive.
Darüber hinaus thematisierten die Klassen die Geschichte des Antisemitismus im Nationalsozialismus und setzten sich mit heutigen Formen von Ausgrenzung, Vorurteilen und Hass auseinander. Anhand verschiedener Beispiele diskutierten die Schülerinnen und Schüler, wie Diskriminierung im Alltag erkennbar wird und wie jeder Einzelne Zivilcourage zeigen und Betroffene unterstützen kann.
Zum Abschluss wurden die gewonnenen Erkenntnisse kreativ umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten Plakate, führten Interviews und fertigten Zeichnungen an. So entstanden vielfältige Beiträge, die zum Nachdenken anregen und die Bedeutung von Respekt, Menschlichkeit und gegenseitiger Verantwortung verdeutlichen.

Zeichnung des Verstecks Anne Franks, gezeichnet von Lara Schulte-Loh
Die Schülerinnen und Schüler der 9Rb setzten sich intensiv mit der Bedeutung von Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Gemeinsam diskutierten sie, warum Gedenktage auch heute noch wichtig sind und welchen Beitrag Erinnerung dazu leisten kann, Geschichte lebendig zu halten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Biografie Anne Franks. Im Rahmen des Englischunterrichts erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigene Texte und Podcasts, in denen sie sich mit Anne Frank und ihrer Lebensgeschichte auseinandersetzten und diese aus ihrer eigenen Perspektive sichtbar machten. Herausgekommen ist eine vollständige Audioversion des Buches.
Ein weiterer Bestandteil des Anne-Frank-Tages war die Anne-Frank-Ausstellung, die schulintern im Forum des Standortes Huder Bach aufgebaut wurde. Zahlreiche Klassen besuchten die Ausstellung und setzten sich mithilfe eines begleitenden Fragebogens intensiv mit den einzelnen Stationen in Anne Franks Leben auseinander. Dabei ging es unter anderem um ihre Kindheit, die Zeit im Versteck sowie um die letzten Stationen ihres Lebens in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Belsen.

Der Anne-Frank-Tag macht deutlich, wie wichtig Erinnerung, Aufklärung und gegenseitiger Respekt für unser Zusammenleben sind. Die verschiedenen Aktivitäten ermöglichten es den Schülerinnen und Schülern, sich mit der Geschichte Anne Franks und der nationalsozialistischen Verfolgung auseinanderzusetzen und zugleich Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Damit setzten sie ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung – und für eine offene, demokratische und menschenfreundliche Gesellschaft.
Bericht: Julia Witte