Frieden denken- Europa verstehen

Der Friedensnobelpreis wird an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in besonderer Weise für Frieden, Völkerverständigung und die Zusammenarbeit zwischen Nationen einsetzen. Bereits Alfred Nobel formulierte in seinem Testament, dass die Auszeichnung jenen gelten soll, die zur Völkerverbrüderung, zur Verringerung von Konflikten und zum friedlichen Miteinander beitragen.

Mit genau diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis 10 bei der Dokulive-Veranstaltung am Standort Huder Bach: Wie entsteht Frieden? Was verbindet die Menschen in Europa? Und welche Lehren lassen sich aus der Geschichte für die Gegenwart ziehen?

Im Mittelpunkt stand die Friedensbotschaft von Ficquelmont aus dem Jahr 1916. Mitten im Ersten Weltkrieg formulierten sechs Soldaten an der Front eine bemerkenswerte Vision: Statt Hass und Nationalismus stellten sie die Hoffnung auf Verständigung, Zusammenarbeit und ein friedliches Europa in den Mittelpunkt. Zu einer Zeit, in der Millionen Menschen gegeneinander kämpften, dachten sie bereits über ein Europa nach, das auf Dialog statt auf Gewalt setzt.

Anhand historischer Quellen, Bilder und Dokumente erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Grundzüge der europäischen Geschichte. Dabei wurde deutlich, wie eng die heutige europäische Zusammenarbeit mit den Erfahrungen zweier Weltkriege verbunden ist. Die europäische Idee entstand nicht trotz dieser Erfahrungen, sondern gerade aus dem Wunsch heraus, solche Katastrophen künftig zu verhindern.

Besonders eindrucksvoll war der Blick über nationale Perspektiven hinaus. So wurde der Erste Weltkrieg nicht nur aus deutscher Sicht betrachtet, sondern auch aus französischer und englischer Perspektive. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass Geschichte in verschiedenen Ländern unterschiedlich erinnert und erzählt wird. Solche unterschiedlichen Narrative kennenzulernen, einzuordnen und kritisch zu reflektieren, ist ein wichtiger Bestandteil demokratischer Bildung.

Die Veranstaltung leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Demokratieerziehung an der Peter-Ustinov-Schule. Sie machte deutlich, dass Demokratie mehr bedeutet als Wahlen und politische Institutionen. Demokratie lebt auch von der Fähigkeit, andere Perspektiven kennenzulernen, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und gemeinsam nach friedlichen Lösungen zu suchen.

Am Ende wurde deutlich, dass die Gedanken der sechs Soldaten von Ficquelmont auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Die Werte, die Alfred Nobel einst für den Friedensnobelpreis formulierte – Völkerverständigung, Zusammenarbeit und Frieden –, bleiben eine wichtige Aufgabe für Europa und für jede neue Generation.

Unser besonderer Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren von Dokulive für diese eindrucksvolle und zum Nachdenken anregende Veranstaltung.

W.Dobe

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