Post mit Herz

„Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten!“ – „Danke, ebenso!“

So erklingt es in Geschäften, auf dem Weihnachtsmarkt und am Ende jeder Weihnachtsfeier im Moment und es schwingt auch immer viel Freude mit, nach den Pandemiejahren wieder trubelig und wuselig die Weihnachtszeit begehen zu können.
So beschäftigt die Familien, die Lehrer und die Schüler auch sind, gerät es oft in Vergessenheit, dass der „Weihachtsstress“ auch ein Geschenk ist. Er zeigt, dass wir miteinander zusammen sind und eingebunden sind. Wir merken, dass wir uns umeinander kümmern und nicht alleine sind.
Jedoch bei Menschen, die in ihrem Leben harte Zeiten durchlebt haben, krank sind oder im Alter kaum noch Besuch von Verwandten erhalten, könnten so einfache Grußworte eine starke Wirkung entfachen. Denn sie zeigen ihnen, dass sie auch gesehen und geschätzt werden.

Dass gelebte Nächstenliebe schon auf eine Grußkarte passt, zeigen die Sechstklässler des gymnasialen Zweigs. Als Teil der Aktion „Post mit Herz“ schreiben sie Weihnachtsgrüße an einsame Menschen. Und das lässt keinen kalt.
Es war kein gewöhnlicher Bastelunterricht mit saisonaler Deko, sondern die Aktion schafft über die räumliche Distanz und die Distanz der Generationen hinweg eine Brücke. Die fertige Karten sehen ganz unterschiedlich aus. Einige Schüler haben sich die schönste Karte im Handel ausgesucht, andere Klappkarten, große Schneemänner oder glitzernde Weihnachtskugeln gebastelt. Vorgaben bei der Gestaltung gibt es keine, außer, dass ein wenig Liebe zur Sache ersichtlich wird.

Fast 500.000 Grußkarten sind bereits über die Aktion „Post mit Herz“ verschickt worden. An weiteren 17 Karten arbeiten die SchülerInnen der PUS: Die Sechstklässler wissen nicht genau, an wen sie schreiben. Das stellt die Frage, wie man jemandem Fremdes von sich erzählt. Und was überhaupt? Dass erste Schreibblockaden schnell verschwanden, zeigt die Karte von Jonas Mittelstedt: Der Schüler ist großer Heavy-Metal-Fan und wünscht sich zu Weihnachten Konzertkarten seiner Lieblingsband. „Das liest man ja auch nicht so häufig“, sagt er grinsend. Und wer weiß, ob der Weihnachtsmann da nicht gleich mitliest…

Die Deutschlehrerin Wiebke Dobe kam auf die Kinder mit der Idee zu, an der Aktion teilzunehmen. Vom Hamburger Verein Post mit Herz gab es dann eine Liste mit Einrichtungen in ganz Deutschland, an die sie die fertigen Karten schicken kann. „Die Karten werden in Seniorenheime oder Heime für Menschen mit Behinderungen gehen. Es ist ein bisschen wie ein Überraschungsei - und sehr berührend.“, sagt sie. Überraschend sei nämlich die Empathie der Kinder. So haben einige Karten Fragen an die unbekannten Empfänger gestellt und hoffen ehrlich auf Antwort. Viele Grüße der Kinder richten sich an die einsamen Menschen und sagen auf liebevolle Weise, jemand denkt an sie.

Für die Kinder ist die Aktion aufregend. „Es ist schon ein bisschen komisch, weil wir ja gar nicht wissen, an wen wir schreiben und was den Menschen interessiert.“, sagt Sally Hildebrandt. Doch die Sechstklässler waren direkt begeistert von der Idee. „Es ist schön, wenn sich jemand über die Karte freut. „Vielleicht gibt es ihm Hoffnung“, sagt René Tiegs. Auch für Nyke Hartmann fühlt sich die Aktion gut an: „Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, einem anderen Menschen eine Freude zu machen.“

In dieser Woche haben die Schülerinnen und Schüler noch Zeit, an ihren Karten zu arbeiten. Damit diese pünktlich zu Heiligabend ihren Empfänger erreichen.

Doch schon bevor die eigentlichen Empfänger erreicht werden, hat diese Aktion 17 junge Menschen glücklich gemacht: Die Sechstklässler freuen sich darüber, mit ihren Worten anderen eine Freude an Weihnachten zu machen und damit den eigentlichen Gedanken von Weihnachten wieder zurück in die Welt zu holen – Hoffnung geben.

 

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