Gemeinsam starten, entdecken und Verantwortung übernehmen – unsere projektorientierte Einführungswoche 2026

Ankommen, Gemeinschaft erleben, Neues entdecken und Schule einmal anders erfahren: Auch in diesem Schuljahr startete die Peter-Ustinov-Schule mit einer projektorientierten Einführungswoche. Eine Woche lang rückten in allen Jahrgängen gemeinsame Projekte, außerschulische Lernorte, Bewegung, Berufsorientierung, MINT, Nachhaltigkeit sowie historisch-politische Bildung in den Mittelpunkt.

Dabei verfolgt die Einführungswoche noch ein weiteres wichtiges Ziel: Sie macht zentrale Bereiche unseres Schulprofils praktisch erlebbar. Als Europaschule, MINT-Schule, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, Sportfreundliche Schule und Trägerin des Gütesiegels Weser-Ems für Berufsorientierung möchten wir diese Schwerpunkte nicht nur auf Urkunden und Schildern sichtbar machen. Sie sollen sich im schulischen Alltag und in konkreten Erfahrungen unserer Schülerinnen und Schüler wiederfinden. Die projektorientierte Einführungswoche bietet dafür jedes Jahr zahlreiche Möglichkeiten.

Erst einmal ankommen – Jahrgang 5

Für unsere neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler stand zunächst das Ankommen an der Peter-Ustinov-Schule im Mittelpunkt. Nach der Einschulung verbrachten die neuen Klassen die ersten Tage überwiegend gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften. Namen wurden gelernt, Spiele gespielt, Klassenräume gemeinsam gestaltet und erste Freundschaften geschlossen.

Bei Ausflügen zum Kloster, in den Wald und zur Bücherei sowie beim gemeinsamen Frühstück gab es viele Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich als neue Klassengemeinschaft zu finden. Gerade für die jüngsten Schülerinnen und Schüler wurde so aus einem zunächst noch unbekannten Schulort Schritt für Schritt die neue eigene Schule.

Geschichte zum Anfassen – Jahrgang 6

Der 6. Jahrgang startete bei sommerlichen Temperaturen besonders erfrischend: Spontan ging es zunächst ins Olantis Freibad. In den folgenden Tagen standen dann die Vorbereitung auf das neue Schuljahr, Kooperationsspiele und die Stärkung der Klassengemeinschaft im Mittelpunkt.

   

Ein Höhepunkt war der gemeinsame Besuch von Museum und Park Kalkriese. Geschichte wurde dort nicht nur betrachtet, sondern regelrecht ausprobiert: Die Schülerinnen und Schüler bestaunten originale Fundstücke, schlüpften in Kleidung von Römern und Germanen und zogen selbst über das historische Schlachtfeld. Auf diese Weise wurde aus einem geschichtlichen Thema ein gemeinsames Erlebnis.

Neue Schule, neue Gemeinschaft, neue Perspektiven – Jahrgang 7

Für den 7. Jahrgang bedeutete der Schuljahresbeginn zugleich das Ankommen am neuen Schulstandort Huder Bach. Schulrallyes und Führungen halfen dabei, die neuen Räume zu erkunden und wichtige Anlaufstellen kennenzulernen. Gleichzeitig mussten sich die neu zusammengesetzten Klassen erst als Gemeinschaft finden. Kooperative Aufgaben und Spiele, Gespräche über eigene Stärken sowie gemeinsame Erwartungen an Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrkräfte schufen dafür eine wichtige Grundlage.

Ein gemeinsamer Ausflug aller Klassen führte in den Botanischen Garten Oldenburg. Dort konnten die Jugendlichen unmittelbar erleben, welche Bedeutung Bäume, Pflanzen, Wasser und unversiegelte Flächen für das Klima einer Stadt haben. Gerade der spürbare Temperaturunterschied zwischen grünen Bereichen und stark versiegelten Flächen machte deutlich, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz keine abstrakten Themen sind.

Einige Klassen besuchten außerdem das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur in Delmenhorst und erhielten dort am historischen Ort Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen früherer Generationen.

Berufsorientierung, Umwelt und Bewegung – Jahrgang 8

Im 8. Jahrgang wurde besonders deutlich, wie unterschiedliche Bereiche unseres Schulprofils miteinander verbunden werden können.

Im Rahmen einer Kompetenzanalyse im Fach Wirtschaft setzten sich die Jugendlichen mit ihren persönlichen Stärken und Fähigkeiten auseinander und erhielten damit wichtige Impulse für ihre weitere Berufswegeplanung. Einen direkten Blick in die Arbeitswelt ermöglichte anschließend der Besuch des Amazone-Werks in Hude. Moderne Produktionsabläufe, technische Berufe und unterschiedliche Tätigkeitsfelder konnten dort unmittelbar erlebt werden. Damit wurde auch der Gedanke unseres Gütesiegels Weser-Ems für Berufsorientierung ganz konkret mit Leben gefüllt.

Verantwortung für die eigene Umgebung übernahmen die Schülerinnen und Schüler beim gemeinsamen Müllsammeltag in Hude. Mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, machten sie sich auf den Weg durch den Ort und leisteten ganz praktisch einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz.

Und natürlich durfte Bewegung nicht fehlen: Beim großen Völkerballturnier des Jahrgangs wurde mit Ehrgeiz gespielt, vor allem aber angefeuert, unterstützt und gemeinsam gelacht. Weitere Klassenaktivitäten führten unter anderem zum Klimahaus nach Bremerhaven sowie auf Discgolfanlagen in Delmenhorst und Oldenburg. Damit war auch der Gedanke der Sportfreundlichen Schule während der Woche deutlich zu spüren.

Lernen mit allen Sinnen – Jahrgang 9

Besonders vielfältige Erfahrungen sammelte der 9. Jahrgang. Eine davon begann in völliger Dunkelheit: Beim „Dialog im Dunkeln“ in Hamburg mussten sich die Schülerinnen und Schüler plötzlich auf andere Sinne verlassen. Geführt von blinden Menschen meisterten sie gemeinsam Alltagssituationen, in denen Sehen keine Rolle spielte. Was zunächst ungewohnt war, entwickelte sich für viele zu einer eindrucksvollen und teilweise emotionalen Erfahrung. Vertrauen, Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und der Perspektivwechsel auf das Leben von Menschen mit Sehbehinderungen standen im Mittelpunkt.

Im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven wurden dagegen die Geschichten von Menschen lebendig, die ihre Heimat verließen und in einem fremden Land neu beginnen mussten. Persönliche Biografien ermöglichten einen Zugang zu Migration, Hoffnung, Ängsten und gesellschaftlichen Veränderungen. Gerade solche Perspektivwechsel gehören zu dem Verständnis von Offenheit und internationalem Lernen, das wir als Europaschule fördern möchten.

Auch das Klimahaus Bremerhaven wurde zum Lernort. Auf der Reise entlang des achten Längengrades begegneten die Jugendlichen unterschiedlichen Klimazonen und Lebensbedingungen und beschäftigten sich mit den Folgen des Klimawandels.

Zurück in der Schule wurde experimentiert, konstruiert, ausprobiert und getüftelt. In den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik standen praktisches Arbeiten, Kreativität und gemeinsames Problemlösen im Vordergrund. Damit wurde unser MINT-Schwerpunkt während der Einführungswoche besonders unmittelbar sichtbar.

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

Dass Schule junge Menschen auch dazu befähigen soll, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wurde bei den älteren Schülerinnen und Schülern besonders deutlich.

Die Klasse 10Ra beschäftigte sich intensiv mit Erinnerungskultur und jüdischem Leben und besuchte anschließend die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg. Ein solcher Ort hinterlässt andere Eindrücke als ein Geschichtsbuch. Die Auseinandersetzung mit Verfolgung, Gewalt und den Verbrechen des Nationalsozialismus macht deutlich, warum Erinnerungsarbeit ein unverzichtbarer Teil unserer schulischen Bildung ist.

Für die Peter-Ustinov-Schule gehören Gedenkstättenfahrten deshalb ganz selbstverständlich zur politischen und religiösen Bildung. Sie stehen zugleich für einen zentralen Gedanken unserer Arbeit als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Demokratie, Toleranz und Menschenwürde müssen immer wieder neu vermittelt, diskutiert und verteidigt werden.

Viel Arbeit hinter vielen besonderen Erlebnissen

Die zahlreichen Aktivitäten dieser Woche entstehen nicht von selbst. Hinter Exkursionen, Projekten, Rallyes, Turnieren, Betriebsbesichtigungen und außerschulischen Lernorten stehen die Ideen, Planungen und die organisatorische Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen. Die Berichte der Jahrgänge zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich die einzelnen Teams die projektorientierte Woche ausgestaltet und dabei die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gestellt haben.

Gerade diese Vielfalt ist eine Stärke der Einführungswoche: Während die einen erst einmal ihren neuen Klassenraum und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler kennenlernen, stehen wenige Jahre später Berufsorientierung, MINT, gesellschaftliche Verantwortung oder die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte im Mittelpunkt.

So werden auch unsere Schulsiegel mit Leben gefüllt: Europa erleben und andere Perspektiven kennenlernen, naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge entdecken, Courage und Verantwortung zeigen, Bewegung und Gemeinschaft fördern und junge Menschen auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.

Die projektorientierte Einführungswoche zeigt damit jedes Jahr aufs Neue, was Schule neben dem regulären Unterricht ebenfalls sein kann: ein Ort des gemeinsamen Entdeckens, Erlebens und Lernens.

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