Friedensdienst mit Urkunden belohnt – NWZ 27.1.2017

HUDE Als Arbeit haben es die Schüler der Peter-Ustinov-Schule in Hude nicht empfunden, für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterwegs zu sein. Denn wenn die Kinder und Jugendlichen der siebten, achten und neunten Klassen von ihren Touren erzählen, schildern sie amüsiert die lustigen Begegnungen während der Haus- und Straßensammlung. 

Nina Sue zum Beispiel war zusammen mit ihrer Freundin in ein Bauernhaus gegangen und hat dort dann die Aufgabe bekommen, die Oma, die im Rollstuhl saß, ein wenig über die Diele zu schieben. „So sind wir 15 Minuten lang im Haus gewesen. Unsere Freundinnen draußen hatten schon Panik und wollten die Polizei rufen“, erinnert sich die Schülerin grinsend. Mit einem Lächeln denken die Schüler an diese Erlebnisse zurück, obwohl der Anlass ihres Engagement ein sehr ernster ist.

„Ihr alle habt mit der Teilnahme an der Sammlung einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Kriegsgräberfürsorge arbeiten kann“, bedankte sich Organisatorin und Lehrerin Julia Müller. Diesem Dank schloss sich Schulleiter Nico Rettcher an: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Jugendliche in eurem Alter losziehen. Zumal das Thema zeitlich immer weiter weg rückt. Es ist aber immer noch aktuell, denn wir erleben gerade, dass Dinge, die wir dachten überwunden zu haben, wiederkehren. Ihr positioniert euch im Namen unserer Schule dagegen.“

1950 Euro waren von Mitte Oktober bis Anfang Dezember in Hude durch die 65 beteiligten Schüler zusammengekommen. Dafür erhielt jeder Schüler aus den Händen von Dieter Holsten vom Volksbund (Ortsverband Hude) eine Urkunde, unterschrieben von Landrat Carsten Harings. Und auch Evelyn Kremer-Taudien, die Geschäftsführerin des Bezirksverbandes Weser-Ems des Volksbundes, war extra angereist, um sich persönlich zu bedanken. „Wir finanzieren uns zu 70 Prozent aus Spenden und eben der Sammlung. Wir kümmern uns um die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräber im Ausland. Eine Million Menschen gelten noch als vermisst, weil sie aus den Kriegen nicht zurückgekehrt sind. Jedes Jahr bergen wir rund 30 000 Kriegstote die bis dahin keine würdige Bestattung bekommen haben“, gab Kremer-Taudien einen Einblick in die Arbeit des Vereins.

Dieter Holsten hob das Ergebnis der Klasse 7 Ga besonders hervor, die mit einem bisher einmaligen Ergebnis von 848 Euro den Reigen der Spitzensammler anführt. Insgesamt sei die Spendenbereitschaft für die Kriegsgräberfürsorge hoch, beobachtet Holsten. Und auch die 65 Schüler, die freiwillig unterwegs waren, konnten dies bestätigen. Zwei Gruppen trafen an Huder Haustüren auf Menschen, die früher selber schon als Sammler für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterwegs waren. „Ein Herr hat sogar schon einmal 1000 Euro alleine gesammelt“, berichtete ein Schüler. Beteiligt waren die 7Ga, 7Ha, 7 Ra, 7 Rb, 8 Ga, 8 Rc, 9Ga und 9 Ra.

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