Vierer-Gespann stärkt den Schulalltag – NWZ 24.3.2017

HUDE Zaghaft klopft es an der Tür. „Herein!“, ruft Insa Coordes. Sie sitzt gerade mit ihren drei Kollegen in ihrem Büro. „Können Sie mal kommen?“, fragt der Schüler. Coordes verschwindet kurz vor die Tür. „Sorry, ich muss mal eben mit zu der Klasse“, sagt die Sozialpädagogin, als sie den Kopf noch einmal ins Büro hereinsteckt.

Alltag auch für Michael Firzlaff und Anja Völlings, die ebenfalls als Sozialpädagogen an der Peter-Ustinov-Schule (PUS) in Hude arbeiten. Komplettiert wird das soziale und pädagogische Angebot durch Lehrer Matthias Morawietz, der seit November 2016 als Beratungslehrer tätig ist.

Erste Sozialpädagogin

Nicht nur die Beratung von Klassen oder einzelnen Schülern in Konfliktsituationen gehört zum Aufgabenspektrum. „Ich bin seit 2001 an der Schule und habe den Schwerpunkt Schule und Beruf. Ich bereite Bewerbungstrainings vor, organisiere Betriebsbesichtigung und kümmere mich um die Praktika“, erzählt Coordes. Auch Präventionsarbeit falle in ihren Aufgabenbereich zu Themen wie „Cyber-Mobbing“, „Rechte-Parcours“ oder AIDS-Hilfe.

„Die Sozialarbeit an unserer Schule wird stärker wahrgenommen“, sagt Coordes. Berufsorientierung habe es zwar vorher schon gegeben, durch ihre Stelle seien die Bemühungen in diese Richtung jedoch intensiviert worden.

Praktische Berufsorientierung bietet das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), welches die Schule seit dem Jahr 2009 anbietet. Maßgeblich betreut werden die Schützlinge von Anja Völlings. Die 44-Jährige arbeitet seit Februar 2016 als Sozialpädagogin an der Oberschule und organisiert beispielsweise auch die Hausaufgaben-Betreuung und koordiniert die anderen Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag.

„Ich bin viel am Standort Hohelucht bei den Fünft- und Sechstklässlern unterwegs. Da merke ich in den Pausen schon, dass die Kinder bei Beratungsbedarf auf mich zu kommen und die Chance sehen, in einem Gespräch die Probleme zu lösen“, beobachtet die Pädagogin. Und auch die Kollegen holen sich gerne einen Rat ein. „Ich bin eben keine Lehrerin und habe eine andere Rolle. Die Lehrer schätzen unseren anderen Blick auf Familie und den anderen Zugang zu den Eltern.“

Das „frischeste“ Gesicht im Team ist Michael Firzlaff. Er ist seit Januar dabei. Er kümmert sich um die Inklusion in den fünften und sechsten Klassen. „In den unteren Klassenstufen kommen so langsam die Kinder an, die einen Förderbedarf im Bereich Lernen und emotional/sozial haben. Da kümmere ich mich um die Einzelförderung, damit die Kinder eine Chane haben, am Unterricht teilzunehmen“, erläutert der 54-Jährige.

Flüchtlinge fördern

Auch die entsprechende Förderung der beiden Sprachlernklasse gehört zu den Aufgaben des Pädagogen. Und natürlich berät auch er, wie seine beiden Kolleginnen, Eltern, Lehrer und Schüler. Ausschließlich beratend ist Matthias Morawietz tätig. „In erster Linie bin ich Lehrer. Ich berate an festen Terminen. Durch den engen Draht zu den Klassen höre ich aber auch im Schulalltag von Problemen“, sagt der Oldenburger. Eine zweijährige Fortbildung war für die Arbeit als Beratungslehrkraft nötig, bei über 500 Schülern stünde der Schule sogar noch ein zweiter Beratungslehrer zu.

Das Arbeitsfeld der Sozialpädagogen habe sich gewandelt, beobachtet Anja Völlings: „Durch Inklusion und Sprachförderung wird es vielfältiger.“ „Klassische“ Themen wie Streitereien und das Thema Mobbing seien aber nach wie vor präsent. „Die neuen Medien eröffnen auch ganz neue Felder und andere Probleme“, beobachtet Firzlaff. Ein Phänomen, das laut Insa Coordeszugenommen hat, sind die Schulverweigerer. „Das kann verschiedene Gründe haben: Probleme zu Hause, Krankheit der Eltern oder auch die neuen Medien.“ Egal welche Probleme Schüler oder Eltern haben – an der Oberschule werden sie von einem Vierer-Team aufgefangen.

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